Ohne sie geht es nicht

Wenn wir im Konfirmandenunterricht den Gottesdienst erkunden, frage ich immer: Wer wirkt mit im Gottesdienst? Als erstes wird der Pfarrer genannt. Den sieht man ja auch am meisten. Dann erinnern sich die Jugendlichen auch noch an den Organisten. Den hört man. Und nach etwas Nachdenken fällt ihnen meist auch der Mesner ein und der Lektor. Jetzt, in der Corona-Zeit wären auch die Kirchenvorsteher zu nennen, die die Stühle draußen hinstellen und für die Einhaltung der Vorschriften draußen und in der Kirche zuständig sind.

So ist es: der Pfarrer ist nur einer unter vielen, die in der Gemeinde wirken. In der Kirche und auch in unserer Gemeinde gibt es viele Ehrenämter. Und wir haben allen Grund, froh und dankbar zu sein, dass sich immer wieder Menschen finden, die diese Ämter übernehmen und sich oft über viele Jahre in der Gemeinde und für die Gemeinde engagieren.

Ohne das Ehrenamt hätten wir viel weniger Leben in unserer Gemeinde: Kindergottesdienst, Taizé-Andacht, Friedensgebet, Kirchenvorstand, Besuchsdienst, Chor, Lektorendienst, Posaunenchor, Kirchenkaffee, Redak-
tionsteam, Bauausschuss, Waldbeauftragter, Umweltbeauftragte, Pflege der Grünanlagen – in allen Bereichen sind Ehrenamtliche aktiv und prägen unser Gemeindeleben mit.

Sie tun das, obwohl sie dafür keinen Lohn erhalten. Sie haben auch keine Aufstiegsmöglichkeiten wie im Berufsleben. Oft agieren sie unbemerkt von den meisten Gemeindegliedern im Hintergrund.

Manchmal führt sie ihre Aufgabe in Konflikte mit ihren Mitmenschen, die sagen: „Die bilden sich wohl ein, was Besonderes zu sein!“ Oder sie müssen sich anhören; „Brauchst du des für dei Ego?“

Das tut mir immer weh, wenn ich so etwas höre. Unsere Ehrenamtlichen haben etwas anderes verdient: nämlich wahrgenommen zu werden und Lob und Anerkennung für ihren treuen und oft jahrelangen Einsatz zu erhalten. Denken Sie, liebe Leserin, lieber Leser, bitte daran, wenn Sie wieder mal einen Ehrenamtlichen treffen!

Was motiviert sie, so viel Verantwortung zu übernehmen? Warum bringen sie sich oft über viele Jahre in die Gemeinde ein und opfern ihr viel Zeit und Kraft?

Manche wollen einfach helfen, damit es in der Gemeinde läuft. Oft sagen Ehrenamtliche auch, dass ihnen ihre Aufgabe Spaß und sie selbst zufrieden macht. Andere finden da für sich eine sinnvolle Betätigung. Wieder andere sehen sich als Christ dazu gerufen, aktiv für andere zu werden.

Und nicht zu unterschätzen ist auch das Gemeinschaftserlebnis, das solches Engagement oft mit sich bringt.
Wir brauchen Menschen, die bereit sind, sich zu engagieren: in der Kirche, in der Kommune, in den Vereinen. Ohne sie geht es wirklich nicht. Und ich möchte allen meinen herzlichen Dank aussprechen, die sich und ihre Gaben in den Dienst des Gemeinwesens stellen – ob im Stadtrat oder in der Feuerwehr oder in unserer Kirchengemeinde.

Wenn Sie Lust haben, sich in unserer Gemeinde zu engagieren, dann melden Sie sich doch bei mir. Wir wollen noch ein Team um unsere Umweltbeauftragte Frau Grob aufbauen, und auch das Besuchsdienstteam sucht hilfsbereite Menschen.

Ihr Pfarrer