Wir haben die Wahl

Seit einigen Monaten finden Sie in jedem Kirchenboten einen Text zu Handlungsfeldern, die mit der Bewahrung der Schöpfung eng verbunden sind. Manches hatten Sie auch vorher schon gewusst und anderes hat Sie vielleicht zum Nachdenken angeregt und Ihr Handeln beeinflusst. Sie haben die Wahl getroffen: Was nehme ich an? Was erscheint mir wirklich wichtig? Wie will ich mich in diesem Punkt verhalten?
Ein Nichtwählen ist ganz unmöglich, denn auch wenn ich nichts ändere, ist das eine Entscheidung und hat Folgen.

Wir haben das an dieser Stelle bisher sehr individuell betrachtet, haben über unseren persönlichen Lebensstil und unsere eigenen Gewohnheiten nachgedacht. Das ist gut und eine Voraussetzung dafür, dass die biologische Vielfalt und die Ressourcen unserer Erde geschützt werden können.
Wenn ich eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln wähle anstatt mit dem Auto zu fahren, wenn ich etwas weniger Fleisch esse oder regional angebautes Obst und Gemüse kaufe, dann treffe ich eine Wahl. Und damit verhalte ich mich auch immer politisch.

Es reicht aber nicht, nur den einzelnen Menschen verantwortlich zu machen. Die größte Verantwortung und auch die weitreichendsten Möglichkeiten für die Bewahrung der Schöpfung durch den Menschen liegen im politischen Handeln.
Wir brauchen eine naturverträgliche Energieversorgung aus 100% erneuerbaren Energien, nachhaltige Mobilität, ökologische Landwirtschaft auf ganzer Fläche und internationale Gerechtigkeit im wirtschaftlichen Handeln.
Einen ersten Schritt in die richtige Richtung könnte die Politik schon heute gehen, indem sie die jährlichen umweltschädlichen Subventionen in Höhe von 57 Milliarden Euro abbaut und die deutschen Nachhaltigkeitsziele für 2030 deutlich schärft.
Weitere Schritte sind notwendig, um das Ziel des Pariser Abkommens erreichen zu können, die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das Bundesverfassungsgericht hat hier die Politik klar und deutlich in die Verantwortung genommen, jetzt ohne Zögern zur Tat zu schreiten.


Die Politik muss den Rahmen für nachhaltige Lebensstile, nachhaltige Produktion und nachhaltigen Handel schaffen, damit wir in Zukunft eine intakte Umwelt, Artenvielfalt, geringen Ressourcenverbrauch und eine hohe Lebensqualität für alle Menschen haben.

Das Logo der Bundestagswahl 2021
Bildrechte: Pixabay

Am 26. September ist Bundestagswahl. Es ist wichtig, dass wir uns gut informieren, was die zur Wahl stehenden Parteien genau vorhaben zum Thema Bewahrung der Schöpfung/ Umweltschutz/ Klimapolitik.
Dazu können Sie natürlich die Wahlprogramme der Parteien lesen – aber das tun wenige. Einfacher geht es mit dem von der Bundeszentrale für politische Bildung zu Verfügung gestellten Wahl-o-maten, er wird rund vier Wochen vor der Wahl freigeschaltet. Sie können ihn am PC aufrufen oder über Ihr Handy und damit einfach herausfinden, welches Programm am besten zu dem passt, was Sie von der Politik erwarten. Hier kommen Sie zum Wahl-o-maten: https://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/

Außerdem gibt es vor der Wahl wieder viele TV-Sendungen, z.B. das TV-Triell der Kanzlerkandidaten, in dem Frau Baerbock, Herr Laschet und Herr Scholz zwei Wochen vor der Bundestagswahl aufeinander treffen. Es findet am 12.09. ab 20:15 in ARD und ZDF statt und wird von erfahrenen Moderatorenpersönlichkeiten geleitet.

Informieren Sie sich!

Ein Stimmzettel wird in die Stimmzettelbox eingeworfen
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Treffen Sie bewusst Ihre Wahl!
Nutzen Sie bei Bedarf die Möglichkeit der Briefwahl!
Handeln Sie politisch!


Mit herzlichen Grüßen

Ihre Umweltbeauftragte
Cornelia Grob