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Viele der "Aktuellen Beiträge" sind zu schade, dass man sie nach kurzer Zeit löscht. Die Verfasser haben oft viel Zeit investiert, um sie zu erstellen. Oft sind die Gedanken auch zeitlos. Deshalb zeigen wir hier Artikel, die vorher auf der Startseite veröffentlicht waren.

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Wandgemälde des Apostels Petrus  an der Südwand des Kirchenschiffes

Die Pfarrei Beerbach zählt bekanntlich zu den ältesten evangelischen Gemeinden im Bereich der heutigen bayerischen Landeskirche. Die Einführung des lutherischen Bekenntnisses wird mit dem Amtsantritt des ersten evangelischen Pfarrers Conrad Wagner am 12. August 1521 datiert und liegt somit nun genau 500 Jahre zurück. Ein interessierter Besucher fragt sich vielleicht, woran er diese lange lutherische Prägung im Kirchenraum von St. Egidien erkennen kann. Er schaut sich um und entdeckt Ausstattungsgegenstände aus verschiedenen Jahrhunderten.

Fünf Ochsenaugen

Ochsenauge

Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn;
aber Israel kennt's nicht, und mein Volk versteht's nicht.
Mit diesem mahnenden Wort des Propheten Jesaja (Jesaja 1, 3) gelangten Ochs und Esel in die Krippe von Bethlehem, obwohl der Evangelist Lukas in seinem Bericht von der Geburt Jesu diese Tiere gar nicht erwähnt.
AmJohannistag, 24. Juni, dem Termin der Neunhofer Kirchweih, ist Weihnachten noch genau sechs Monate entfernt. Was also haben ein Ochse bzw. fünf Ochsenaugen in dieser Sommerausgabe des Kirchenboten zu suchen?

Lichtpflege

Lichtputzschere

Kerzen gehören in den meisten christlichen Konfessionen zur äußeren Ausgestaltung des Gottesdienstes. Als Altar-, Oster- und Taufkerzen haben sie ihre besondere Bedeutung und sie stellten ohnehin schon immer in Kirchen eine Notwendigkeit dar, denn vor der Einrichtung des elektrischen Lichtstroms waren sie auch das übliche Raumbeleuchtungsmittel. Aufgesteckt auf hohen Altarleuchtern, auf Kronleuchtern oder in Wandleuchten erhellten sie die oft dämmrigen Kirchenräume und vermittelten mit ihrem Schein wärmende Geborgenheit und eine gewisse Festlichkeit.

ALTES NEU BELICHTET

Altes Dokument

Die aufgeschlagene Seite zeigt einen Teil der Ausgaben des Jahres 1613, gerechnet in Gulden, Pfund und Pfennigen. So wurden für Wein und Oblat (Hostien) 1 Gulden 4 Pfund und 6 Pfennige aufgewendet.

Gute Haushalter

Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat,
als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.

Wer diese Worte im 4. Kapitel des 1. Petrusbriefes liest, der denkt dabei wohl nicht zuerst an den Haushaltsplan einer Kirchengemeinde, an Rechnungswesen und Kassenführung. Auch ein Berufsanfänger im Pfarrdienst wird zuerst Seelsorge, Verkündigung und Unterricht als Kernaufgaben seines Amtes im Blickfeld haben und nicht zeitraubende, womöglich ungeliebte Verwaltungsarbeit. Doch wer einem Pfarramt vorsteht ...

Die treue Dienerin

Glocke Neunhof

Wohl oder übel mussten wir uns daran gewöhnen, dass das Vollgeläut unserer beiden Kirchen derzeit nur aus je zwei Glocken besteht. Gebrauchs- und Alterungsschäden zwangen dazu, in jedem Turm eine Glocke stillzulegen. In Beerbach ist das seit Oktober 2017 der Fall, in Neunhof bereits seit September 2005. Die 1922 für St. Johannis beschafften zwei Eisenhartgussglocken befinden sich in einem besonders schlechten Zustand. Dies zwang dazu, dort die Glocke I vollständig außer Betrieb zu stellen und die Glocke III nur noch eingeschränkt einzusetzen.

Er trägt die ganze Welt in seiner Hand

Holzkugel in einer Hand

Unser Pfarrarchiv umfasst nicht nur unzählige Akten, Protokolle, Rechnungen, Kirchenbücher und Pläne, sondern auch einige Kuriositäten. Dazu gehört auch, in Seidenpapier eingewickelt und in einen kleinen Karton eingebettet, eine auf den ersten Blick unscheinbare, ja unansehnliche Holzkugel. Muss man so etwas denn wirklich aufheben? Antwort: Ja, denn dieser Gegenstand kann sehr viel erzählen, wenn man ihn näher betrachtet und ihn dem Fachmann zur Beurteilung vorlegt.
Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Als Vorbereitung der 1988 durchgeführten Beerbacher Kirchenrenovierung wurde 1984 der Dachboden gereinigt. Im Lauf der Zeit hatte sich dort Schutt angesammelt, der auf den Gewölben des Kirchenschiffes lastete. Unter alten Dachziegeln und zerbrochenen Dachlatten fand sich eine Holzkugel, die Spuren von Bemalung aufwies.

Wie man früher gefeiert hat

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Seit Jahrhunderten lag die Gründungsurkunde der Pfarrei Beerbach, der sogenannte „Konfirmationsbrief“, datiert vom 3. Februar 1520, gut verwahrt im Archiv des Pfarrhauses. Er überdauerte den Dreißigjährigen Krieg, wurde aus dem alten in das 1734 neu erbaute Pfarrhaus übernommen und zum Glück interessierten sich weder die französischen Truppen 1796 noch die Wehrmacht 1945 bei der Besetzung des Pfarrhauses für dieses Stück Pergament, das zudem einen Text in „unverständlicher“ lateinischer Sprache wiedergab.

Eine Simonshöfer Altardecke

Altardecke

Aus Anlass ihrer Konfirmation erhalten die jungen Christen Glückwünsche und Geschenke aus dem Kreis ihrer Familie, von Verwandten, Bekannten und aus der Nachbarschaft. Einer langen Tradition gemäß geben sie aber auch selbst eine Spende für ein kirchliches Projekt, das sie sich aus verschiedenen Angeboten ausgewählt haben. So haben sich die diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden dafür entschieden, ein wichtiges Arbeitsfeld der kenianischen evangelisch-lutherischen Kirche zu unterstützen. Die Mitarbeiterinnen des Pangani Lutheran Children Centre (PLCC) in Nairobi kümmern sich seit mehr als zwei Jahrzehnten um schutzlose Mädchen, die in den Slums der afrikanischen Stadt leben.

St. Johannis vor 330 Jahren

St. Johannis vor 330 Jahren

Eine Bildbetrachtung zur Neunhofer Kirchweih

Eigentlich ist es ein ganz unscheinbares Blatt altersgrauen Papiers, das zwischen vielen anderen in einer Zeichnungsmappe im Neunhofer Gutsarchiv liegt. Man stößt nicht sofort darauf, aber die skizzenartige Bleistiftzeichnung stellt eine Ansicht Neunhofs aus der Zeit um 1690 dar. Aus ihr wurde für diese Ausgabe des Kirchenboten ein Ausschnitt gewählt, der uns die Johanniskirche in ihrem baulichen Zustand vor etwa 330 Jahren vor Augen führt. „Altes neu beleuchtet“ ist ja diese Reihe von Texten in unserem Gemeindebrief regelmäßig überschrieben, und anlässlich des Kirchweihfestes nehmen wir das einmal ganz wörtlich und holen diese Zeichnung nach langer Zeit ans Tageslicht.