Geistliche Impulse

In Erwartung

Adventszeit – Wartezeit. Warten wird oft als lästig empfunden. Wir denken an Wartezimmer beim Arzt, Wartesäle bei Behörden und Haltestellen bei Bus und Bahn. Erst recht wird unsere Ungeduld auf den Prüfstand gestellt, wenn es zu Verzögerungen kommt und uns das Warten endlos erscheint.
Wartezeiten scheinen verlorene Zeiten zu sein, denn sie zwingen uns zur Untätigkeit und auch der ständige Blick zur Uhr verkürzt das Warten nicht. Auch der Advent kennt ungeduldiges Warten, vor allem bei Kindern, während Erwachsene oftmals von hektischer Geschäftigkeit im privaten wie im beruflichen Bereich erfasst werden.

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Es begab sich aber zu der Zeit...

dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging... Das kennen wir ja nun in Coronazeiten zur Genüge: Befehle, Verordnungen, Regeln, Erlasse von oben. Und manche dieser Regelungen bedeuten Einschränkungen, manche sind gar eine Zumutung und manchmal schaffen sie auch unerträgliche Zustände – wenn z.B. Bewohner von Altenheimen isoliert werden und nicht einmal die Kinder sie besuchen dürfen.
Doch war das damals anders? Für die hochschwangere Maria war die Reise nach Bethlehem unter damaligen Bedingungen auch eine Zumutung. Schon die Schwangerschaft, die nicht sie, sondern Gott gewollt hatte, bezüglich derer sie nicht einmal gefragt worden war, war eine Zumutung. Und dann erst die Unterkunft, die Geburt im Stall – das waren schlicht unhaltbare Zustände. Aber was sollten sie tun? Nach ihren Wünschen und Plänen wurden sie da nicht gefragt. Maria und Joseph gerieten da in ein Geschehen hinein, das sie einfach hinnehmen mussten.

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Gedanken zum 3. Advent von Pfarrer Michael Menzinger

Auszeit  -  Lukas 1,67-79
3. Advent 2020

Liebe Gemeinde!


Der Lockdown ist für viele wie eine Auszeit. Und heute hören wir von einem, dem Gott eine Auszeit verordnet hat, damit er wieder neu Glauben und hoffen kann.
Es ist Zacharias, der Vater Johannes des Täufers. Von ihm wissen wir, dass er mit Elisabeth, der Verwandten Marias, verheiratet war; dass die Ehe kinderlos geblieben war und dass er Priester war am Jerusalemer Tempel.
Zacharias war also Vertreter des etablierten Religonsbetriebes. Er vollzog die Rituale im Tempel, zelebrierte die Liturgie, brachte die Opfer dar, las die heiligen Texte.
Aber hatte er noch eine lebendige Hoffnung einen lebendigen Glauben?

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Gedanken zum 2. Advent von Pfarrer Michael Menzinger

Jakobus 5,7-11
2. Advent 2020

Liebe Gemeinde!

Bei meinen Telefonaten und Gesprächen in der letzten Zeit hatte ich den Eindruck: Die Nerven liegen bei manchen allmählich blank!
Manche halten es bald nicht mehr aus:
diese ständigen Corona-Nachrichten mit Inzidenz-werten und Sterbestatistiken.
Dieses ständige Sich-Einschränken, Kontakte-Vermeiden und Vorsichtigsein.
Sie sehnen sich danach, endlich mal wieder unbeschwert im Laden zu ratschen, den Enkel zu umarmen, Freund zu treffen und zu feiern.
Sie sagen: Irgendwann muss doch auch einmal Schluss sein mit dem ganzen Theater. Irgendwann ist die Geduld doch auch zu Ende.
Manche werden aggressiv, sagen sich und anderen: Ach, lass es doch sein. Ich will leben. Und so dramatisch ist die Lage auch wieder nicht.

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