Soviel du brauchst - das ist die Überschrift zur diesjährigen Fastenaktion für Klimaschutz und Gerechtigkeit.
Genau auf diesen Satz stoße ich im Rahmen meiner Selbstreflexion regelmäßig:
Mein ökologischer Fußabdruck zeigt mir auf, dass das, was ich in meinem Alltag mache, verbrauche, ja auch zerstöre, ganz und gar nicht klein und überschaubar ist.
Durch mein tägliches Handeln, ja einfach durch mein Leben, strapaziere ich unsere (natürlichen) Ressourcen. Ich verursache Müll, verbrauche sicherlich zu viel Wasser, überheize meinen Wohnraum, fahre grundsätzlich zu viel Auto und bei den vorhandenen, mir zur Verfügung stehenden Lebensmitteln muss ich mich auch nicht einschränken.
Das weiß ich und ich mache mir Vorwürfe. Vorwürfe, dass es mir so gut geht. Ich in einem Land leben darf, in dem alles im Überfluss vorhanden ist, während es Gegenden gibt, wo nicht einmal sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Trotzdem möchte ich auf all diese Vorzüge und Annehmlichkeiten nicht verzichten.
Es frustriert mich und ich weiß, dass diese Erkenntnis nichts bringt – außer schlechter Laune. Deshalb habe ich nach Möglichkeiten gesucht, der allgemeinen gesellschaftlichen Ohnmacht und meiner individuellen Überforderung entgegenzuwirken. Ich habe für mich eine Lösung gefunden und mir die andere Seite ausgesucht: den ökologischen Handabdruck. Dieser besagt, was ich alles gut und positiv in meinem Alltag mache.
Jedes Essen das ich aus saisonalen, regionalen Zutaten zubereite. Jeden Weg, den ich laufe und nicht mit dem Auto fahre. Jede Mehrwegverpackung, die ich nutze und dadurch die Einwegverpackung nicht in den Müll geworfen wird. Jede Gießkanne, die ich nicht mit wertvollem Leitungswasser, sondern mit Regenwasser fülle. Jedes Stück Fleisch, das nicht aus der Massentierhaltung stammt – all das macht mich zufriedener. Der Toaster, der repariert wurde und das Fastfashion-Kleidungsstück, das ich nicht gekauft habe. Zufriedener mit mir, weil ich weiß, dass mein Handeln ein ganz kleines bisschen dazu beiträgt, die Ressourcen, die uns allen gehören, nicht zu überstrapazieren und die Klimaveränderung, die uns alle betrifft, nicht weiter zu beschleunigen.
Je größer mein ökologischer Handabdruck und je kleiner mein ökologischer Fußabdruck ist, umso zufriedener wird mein Leben.
Gott schenkt uns genug Lebensfülle, achtsam mit seiner, mit Gottes Schöpfung und mit unseren Mitmenschen umzugehen.
Brot für die Welt wirbt mit dem Slogan „Schreib die Welt nicht ab. Schreib sie um!“, um die Menschen zum Einmischen für eine gerechtere Welt zu bewegen. Ich meine, dieser Spruch hilft uns auch in unserem eigenen privaten Leben.
